Hier tritt ein Weltstar erstmals auf der Bühne der Literatur an. Dieter Meier, eine Legende der Pop-Musik, Tausendsassa in allen Gattungen der Kunst und begnadeter, augenzwinkernder Anekdotenerzähler. Mit Meier ist ein Kopf am Werk, in dem sich die Bilder unermüdlich kurzschließen, ein Ideen-Biotop, das Sprachblüten genauso in sich aufnimmt wie die unscheinbarsten Bewusstseinsfetzen unserer Gegenwart.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2007
Bestens unterhalten hat sich Martin Halter bei der Lektüre von Dieter Meiers Band "Hermes Baby", der Gedichte, Essays und Prosastücke des "Universalkünstlers" versammelt. Die einst für die "Neue Zürcher Zeitung", die "Zeit" und "Tempo" entstandenen Artikel vermitteln für ihn ein sympathisches Bild des Multitalents, der unter anderem als Dandy, Performance- und Lebenskünstler, Filmemacher, Pokerspieler, Musiker der Gruppe "Yello" und Biobauer von sich reden machte. Die Texte behandeln zur Freude Halters ein buntes Spektrum von Themen von exklusiven Golfturnieren und italienischer Küchenkunst über die Eröffnung des Luzerner Spielcasinos und bis Ehrenrettung des Schweizer Spießers. Zwar scheint Halter manches - etwa Meiers von Adorno inspirierte kulturkritische Überlegungen - etwas unausgegoren. Aber dem Vergnügen, das ihm die Lektüre bereitet, tut das keinen Abbruch. Schließlich bescheinigt er dem Autor ein "kindliches Gemüt", "das sich vergnügt und selber staunend von seiner Neugier und Wortspiellust bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten und darüber hinaus treiben lässt."
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