Die Biologin Elin Elwert arbeitet an gentechnisch veränderten Pflanzen und anderen Organismen - eine fundamentale Umwälzung der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie steht bevor. Elin lebt mit dem Bioinformatiker Thomas Schäfer zusammen - seelisch und körperlich aber gelingt es ihr nicht, die ältere, sehr komplizierte Beziehung zu Martin/Martina Riede loszulassen - eine Liebe, die sich nicht in die emotionalen und erotischen Standards einpassen lässt, die in Elins Arbeits- und sonstigem Lebensumfeld gelten. Im Laufe der Handlung, die sich wie ein Puzzle aus Erinnerungen und intensiven Erlebnissen zusammensetzt, kollabiert die Sehnsucht nach einem anderen Leben als dem vorgefertigten: In einem Szenario, das den direkten Eingriff von Geld und Macht ins Lebendige als eine Katastrophe zeigt, die auch das Geld und die Macht nicht stabil kontrollieren können - und in der unerwartete Durchgänge in etwas anderes, etwas Unvorhergesehenes zu finden sind.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.04.2014
Eigentlich freut sich Thomas von Steinaecker, dass sich mit Dietmar Dath endlich mal ein bewährter Romancier für eine Zusammenarbeit an einem Comic gewagt hat, mit dem Zeichner Oliver Scheibler, schließlich ist der Argwohn, den wir der "Aufspaltung des kreativen Prozesses" entgegenbringen, längst überholt, findet der Rezensent. Das Problem: "Mensch wie Gras wie" ist zwar toll gezeichnet, aber die Geschichte ist Dath leider etwas dünn geraten, so Steinaecker. Eine "kluge, unschuldig-schuldige Wissenschaftlerin", ein böser Geschäftsmann und ein schwuler Junkie, der zufällig auf die Machenschaften des Bösewichts gestoßen ist - die Geschichte entspinnt sich dann ganz entsprechend der Programmierung, meint der Rezensent. Bleibt wenigstens die Signalwirkung einer solchen Zusammenarbeit, für die will Steinaecker Dath, Scheibler und dem Verbrecher Verlag trotzdem danken.
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