Fast unbemerkt machen Forscher, Techniker und sogenannte Biohacker die Synthetische Biologie zur bestimmenden Wissenschaft des 21. Jahrhunderts. Sie nutzen die Gene von Tieren, Pflanzen und Bakterien, um neue Organismen zu schaffen oder bestehende umzubauen. Statt langwierig einen Organismus züchten zu müssen, kann man ihn am Computer planen und mit biologischen Fertigmodulen, sogenannten Biobricks, produzieren. Gentechnik wird so einfach wie das Spiel mit Bauklötzen, und unser Alltag wird sich rasant verändern: Statt elektrischer Laternen strahlen selbstleuchtende Bäume in unseren Straßen, in unseren Küchen stehen Food-Generatoren, und wir essen Fleisch, das nie Teil eines Tieres war. Künstliche Zellen filtern das CO2 aus der Luft, Algen setzen es in billigen Treibstoff um. Wir tragen Kleidung, die sich selbst repariert, und umgeben uns mit Haustieren, die längst ausgestorben sind. Bio-Ingenieure können schon viel mehr, als wir ahnen. Bereits heute gibt es in Laboren Fleisch aus der Retorte, schon heute produzieren Bakterien industriell Kunststoffe. Forscher arbeiten mit lebenden Zellen, deren Eltern Computer und Roboter sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013
Joachim Müller-Jung bedauert sehr, dass es zum Thema synthetische Biologie so wenig Literatur und noch weniger öffentliche Debatte gibt. Denn bei der Schaffung künstlicher Organismen handelt es sich um keinen ganz neuen, dafür unglaublich beschleunigten Zweig der Bioindustrie. Mit diesem Buch des Wissenschaftsjournalisten Olaf Fritsche ist der Rezensent denn auch nur halb glücklich geworden. Immerhin attestiert er dem Autor, den Finger auf die Wunde zu legen, wenn er mehr öffentliche Auseinandersetzung darüber fordert, was in den Biolaboren derzeit alles vor sich geht. Allerdings findet er vieles von dem, was Fritsch schreibt, hoch spekulativ und kann seine Fantasien von neukreierten Mammuts oder Bioterrorismus nicht ganz ernst nehmen. Etwas naserümpfend registriert Müller-Jung auch, dass Fritsche mit seiner "wild schlingernden Fantasie" vor allem ein Laienpublikum bediene.
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