Dirk Knipphals

Die Kunst der Bruchlandung

Warum Lebenskrisen unverzichtbar sind
Cover: Die Kunst der Bruchlandung
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2014
ISBN 9783871346132
Gebunden, 256 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Gegenwärtig kann sich alles, von der Weltpolitik bis hin zum Familienurlaub, sofort zur Krise auswachsen - sie gilt als Zeichen unserer Zeit. Doch wie kam es dazu? Was sind Lebenskrisen eigentlich, und was bedeuten sie für uns? Dirk Knipphals erzählt, wie der "normale Ausnahmezustand" ein Teil unseres Alltags wurde. Vor allem aber führt er uns vor Augen, warum Krisen existenziell wichtig sind: In schwierigen Phasen bewähren wir uns, an ihnen wachsen wir, sie prägen unser Selbstverständnis und markieren Wendepunkte im Leben. Ob Pubertät oder Trennungsschmerz, Midlife-Crisis oder Pensionierungsblues - Dirk Knipphals nimmt Lebenskrisen mit Humor und scharfem Blick ins Visier und zeigt uns, warum ein Leben ohne sie weder wünschenswert noch angenehm wäre.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.05.2014

Rezensent Hannes Hintermeier erfährt bei seinem taz-Kollegen Dirk Knipphals viel Aufschlussreiches über den Umgang mit Lebenskrisen. Gespannt folgt er den Schilderungen des Autors über den Umgang mit Krisen bei Tolstoi, Melville, Proust, Kafka oder Freud, vertieft sich in Filmszenen aus "Casablanca" oder "Apokalypse Now" und lernt wie Hegel, Susan Sontag, Habermas oder Adorno sich dem Thema näherten. Während Hintermeier die politische, literarische, philosophische und durchaus auch private Annäherungsweise des Kollegen würdigt, hätte er sich neben einem entschiedeneren Fazit auch den ein oder anderen intensiveren Gedanken über den Zusammenhang von Digitalisierung und Lebenskrisen in der heutigen Zeit gewünscht.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 13.03.2014

Dem Buch von Dirk Knipphals kann Ronald Düker entnehmen, dass Lebenskrisen nicht aus Katastrophen von außen erwachsen und auch nicht schon immer Teil der menschlichen Biografie waren, sondern eine "zivilisatorische Errungenschaft" sind, die etwa Knipphals' Großvater noch nicht kannte. Der Autor, Redakteur der taz, sucht in Filmen von Ingmar Bergman oder Woody Allan, am WG-Küchentisch oder in der "Theorie des kommunikativen Handelns" von Habermas nach Hinweisen auf das Wesen der Lebenskrise und hat damit nicht wirklich über eine bestimmte "Generation" als vielmehr über ein "Milieu" geschrieben, findet der Rezensent. Ihm leuchtet zwar nicht ein, warum ausgerechnet der Burn-out - laut Düker die Lebenskrise unserer Zeit - in diesem Buch fehlt, hat ansonsten aber durchaus viel Interessantes gefunden.

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