Eine aufrüttelnde Reise ins Herz der deutschen Finsternis: Amalia, Josef, Gero und Bodo, Freunde seit Kindheitstagen, haben sich zu einer sommerlichen Kanutour verabredet. Kaum sind sie an ihrem Ausflugsziel angekommen, verdichten sich die Anzeichen, dass sie hier nicht willkommen sind. Vor allem Josef, der schwarz ist, bekommt die Ablehnung von Menschen zu spüren, die aus Prinzip gegen alles Fremd-Aussehende sind. Doch soll man sich von ein paar ewiggestrigen Provinzlern einschüchtern lassen? Einfach klein beigeben? - Amalia, Josef, Gero und Bodo entscheiden sich dafür, zu bleiben, und ab da gibt es kein Zurück mehr. Jeder Schritt weiter ist einer auf den Abgrund zu. Alle ahnen, dass dieser Ausflug kein gutes Ende nehmen wird. Doch keiner will es wahrhaben. Schon bald geht es nicht mehr um ein sommerliches Abenteuer, sondern nur noch darum, mit heiler Haut davonzukommen.
Rezensent Benedikt Herber liest diesen Gesellschaftsroman von Dirk Kurbjuweit im Kontext aktueller Identitäts- und Rassismus-Debatten. Der Reporter erzählt von vier städtischen, weltoffenen und politisch progressiven Freunden, die in einer nicht näher benannten Provinz einen Kanuausflug machen und dort mit der angeblichen Rückständigkeit der Hinterwäldler-Dorfbewohnern konfrontiert werden, resümiert Herber. Die Unterschiede von Stadt und Land werden jüngst immer wieder behandelt, weiß Herber, aber leider tragen Kurbjuweits Figuren durch fehlende Entwicklung nicht viel neues bei, seufzt er. Ein paar individuelle Züge der Figuren reichen dem Kritiker nicht, um Kurbjuweits Helden näher zu kommen.
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