Viktor ist vor Jahren nach Österreich gekommen, auf der Flucht vor dem Antisemitismus in der Sowjetunion. Nun versucht er, auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle in einem Durchgangslager in Salzburg zu helfen. Ständig kehrt die Erinnerung an jene Zeit zurück, als er hier selber fremd war. Dazu kommt die Nachricht einer Jugendfreundin: Ihre Tochter, die übrigens auch seine sei, ist verschwunden. Nachforschungen zufolge macht sie sich in Deutschland für die AfD stark - Viktor begibt sich auf die Suche nach ihr. Vladimir Vertlib erzählt in diesem teils autobiografischen Roman von großen Worten und kleinen Gesten, von Hass und Liebe und - vielleicht - Versöhnung.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2018
Rezensent Alexander Kosenina findet Vladimir Vertlibs Roman zum Thema Flucht und Asyl wenig überzeugend. Das heiße Thema geht der aus Russland emigrierte Autor mittels eigener Beobachtungen und Erinnerungen an. Seine Schilderungen der technischen Abwicklung der Flüchtlingsversorgung wie auch sein Blick auf Einzelschicksale erscheinen Kosenina zwar eindringlich und erhellend. Doch die Konstruktion aus zwei Handlungssträngen findet er bemüht, die Dialoge banal und die Konfliktlinien zwischen Gut und Böse, deren sich der Autor bediene, vorhersehbar. Dass Literatur anders funktioniert als Reportage oder Debatte muss der Autor erst noch lernen, vermutet Kosenina.
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