Beim Thema Rassismus denkt man hierzulande an jugendliche Gewalttäter oder unverbesserliche Neonazis. Doch die meisten Einwanderer haben mit Extremismus kaum eigene Erfahrungen. Was sie kennen, sind permanente, kleine Erlebnisse, in denen ihnen klar gemacht wird, dass sie keine Deutschen sind und dass sie woanders hingehören. In diesem Buch geben Migranten zweiter Generation Auskunft über diesen ganz banalen Rassismus. Sie erzählen, warum für sie Fragen wie "Woher kommen Sie?" oder "Sie sprechen aber gut Deutsch!" nicht nur naive Neugierde oder freundliches Lob bedeuten. Rassismus ist eben der Apparat, der Menschen systematisch zu "Fremden" macht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2005
Ein Kompliment ganz besonderer Art macht Dietmar Dath Mark Terkessidis' Monografie zur "Die Banalität des Rassismus": Für gewöhnlich seien Bücher wie dieses Übersetzungen aus dem Französischen oder Englischen. Terkessidis geht der Alltäglichkeit der rassistischen Diskriminierung nach. Dabei setzt er bei der Begriffsbildung an, mit der Fremd-Sein erfasst wird. Dem folgt ein den Erfahrungen der/des Fremden gewidmeter Teil, der sich, wie der Titel verspricht, gerade der Normalität der "rhetorisch-psychologischen" Ausgrenzung widmet. "Ein paar kleine Einwände", die er erheben könnte, erhebt Dath nicht. Er verweist nur darauf, dass der Grad an sozialer Aufgeklärtheit, den Terkessidis den Deutschen unterstellt, durch alltagspraktische Erlebnisse "in einem Mediengroßbetrieb oder an einer naturwissenschaftlichen Universitätsfakultät" rasch relativiert werden könnte. Fazit: Ein Handbüchlein zur diskursiven Selbstverteidigung, oder doch zumindest eine gewichtige Vorstudie dazu.
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