Aus dem Italienischen von Maja Pflug. Im Dorf nennen sie alle nur Arminuta, die Zurückgekommene. Warum hat man sie zu ihren leiblichen Eltern zurückgeschickt? Wer ist ihre Mutter? Die, die sie geboren hat, oder die, bei der sie aufgewachsen ist?
"Als Dreizehnjährige kannte ich meine andere Mutter nicht mehr." So beginnt die Geschichte, in der ein junges Mädchen mit einem Koffer und einem Sack voller Schuhe bei einer ihr unbekannten Familie abgeliefert wird. Die echten Eltern wollten sie wieder haben, mehr haben ihr die, die sie bisher Vater und Mutter nannte, nicht erklärt. Niemand scheint auf sie gewartet zu haben, alle haben offensichtlich andere Sorgen. Das Essen ist knapp, die Neue muss sich das Bett mit der kleinen Schwester teilen und das Zimmer mit den drei Brüdern. Hier ist alles fremd, die Armut, der Schmutz, die harten Worte. Während sie einen Weg zurück in ihr behütetes Leben in dem kleinen Haus am Strand sucht, entwickeln sich neue Bindungen, zur mutigen Schwester, den Brüdern, der Mutter. Und sie beginnt zu verstehen, wie viele Facetten die Liebe haben kann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2019
Maike Albath stellt Donatella Di Pietrantonios Mutter-Tochter-Geschichte um das Schicksal eines Adoptionskinds im ländlichen Norditalien in eine Reihe mit Texten von Ignazio Silone, Michela Murgia und Elsa Morante. Sowohl die Schilderung dörflicher Strukturen und des Gefälles zwischen Stadt und Land als auch die Vielschichtigkeit der Mutter-Figur im Buch beeindrucken Albath. Auch wenn melodramatische Wendungen im Text Albath irritieren, die Figurenzeichnung scheint ihr bemerkenswert, ebenso die Abgründigkeit der beschriebenen Familienkonstellation.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.09.2018
"Schmerzhaft schöne Poesie" nennt Rezensentin Wiebke Porombka den Roman der italienischen Autorin Donatella di Pietrantonio, der ihr nüchtern und nachhallend von einem doppelten Mutterverlust erzählt. Sie begleitet hier ein von allen nur "Arminuta" gerufenes Mädchen, das von ihren Adoptiveltern ohne nähere Erklärung zur leiblichen, lieblosen Mutter zurückgegeben wird. Sie liest, wie das junge Mädchen den Wandel vom Einzelkind im Einfamilienhaus zum Arbeiterkind in ärmlichen Verhältnissen und mit zahlreichen Geschwistern erlebt und staunt, wie die Autorin Sprachlosigkeit und "emotionale Not" ihrer Heldin in einzelnen Szenen konzentriert. Dass Zeit und Ort der Handlung unbekannt bleiben, macht den Roman für Porombka umso eingehender.
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