Aus dem Italienischen von Christine Ammann. Um unsere eigene Zukunft auf der Erde zu sichern, müssen wir uns von den Pflanzen inspirieren lassen. In seinem neuen Buch entwickelt Stefano Mancuso eine revolutionäre Sicht auf die Pflanzenwelt.
Denn Pflanzen haben in Jahrmillionen vollkommen andere Überlebensstrategien entwickelt als wir: Wo der Mensch auf zentralisierte, hierarchische Lösungen setzt, handeln Pflanzen flexibel, dezentral und als Gemeinschaft. Sie verbrauchen sehr wenig Energie, überleben unter extremen Bedingungen, lernen aus Erfahrung und haben dabei Tausende Lösungen gefunden, die ganz anders sind als die der uns vertrauteren Tierwelt.
Wie die Pflanze Licht einfängt und Energie nutzt, dient schon heute der Architektur als Inspiration; wie das Wurzelgeflecht Informationen aufschließt und verarbeitet, macht es zum Modell eines kollektiven Organismus. Von der Konstruktion neuer Roboter bis zur Organisation von großen Gemeinschaften gibt es keine bessere Inspirationsquelle als die Pflanzen. Die Strategien, mit denen sie ihre Funktionen regeln, sind ein außergewöhnlich effizientes Paradigma für ein nachhaltiges Leben, für eine demokratische Zukunft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2018
Rezensent Thomas Weber empfiehlt das Buch des italienischen Biologen Stefano Mancuso schon wegen seines lockeren, leicht lesbaren Stils. Vor allem aber die darin niedergelegte Idee, Pflanzen als Inspiration für unsere Zukunft zu nutzen, hat es dem Rezensenten angetan. Die Intelligenz der Pflanzen, wie sie der Autor beschreibt, ist aber auch faszinierend, gibt Weber zu. Ob in der Robotik oder im Bereich der Schwarmintelligenz - die vernetzte, dezentrale Organisation von Pflanzen, lässt sich Weber von Mancuso überzeugen, verfügt über ein großes Potenzial, mit dem sich arbeiten lässt.
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