Vier Jahrzehnte lang war die Idee einer nationalen Konföderation in den deutsch-deutschen Diskussionen präsent. Von den Konföderationsvorstellungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit über die Vorschläge der SED in den 1960er Jahren bis hin zu Helmut Kohls Zehn-Punkte-Programm Ende 1989 verband diese Idee west- und ostdeutsche Politiker unterschiedlichster Couleur und war ein Gradmesser der deutsch-deutschen Beziehungen. Die Studie von Dong-Ki Lee eröffnet durch das Nachzeichnen des Konföderationsgedankens eine neue Sicht auf die Deutschlandpolitik während des Kalten Krieges.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.02.2011
Hanns Jürgen Küsters macht sich keine Hoffnungen auf einen dritten Weg zwischen kommunistischer Diktatur und westlicher Demokratie. Das ist für ihn eine Lehre, die sich aus der deutsch-deutschen Geschichte ziehen lässt. Wenn Dong-Ki Lee in seiner Studie zu Chancen einer Wiedervereinigung der beiden Teile Koreas durch einen Staatenbund das Beispiel des geteilten Deutschland untersucht, vermisst der Rezensent zwar die eine oder andere Facette in den Konföderationsüberlegungen Ost und West. Die Gründe für das Scheitern der Staatenbund-Idee (Stichwort: Asymmetrisches Teilungsverhältnis) stehen ihm nach der Lektüre jedoch klar vor Augen. Ob Korea daraus lernen kann, vermag er nicht zu prophezeien.
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