Eine Veröffentlichung aus dem Arbeitskreis für Rechtswissenschaft und Zeitgeschichte an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz. Wieso wurde in einem so zentralen Moment der deutschen Geschichte, wie der Vereinigung der beiden deutschen Teilstaaten 1990, das bundesdeutsche Grundgesetz nicht durch eine gesamtdeutsche Verfassung ersetzt? Zeigt sich darin das Desinteresse "der" Westdeutschen - wie neuerdings wieder vermutet wird? Welche anderen Gründe lassen sich für dieses "Nicht-Ereignis", wie es schon Mitte der 1990er genannt wurde, anführen? Diesen Fragen wird in den Beiträgen des Bandes aus ost- und westdeutscher sowie generationen- und disziplinenübergreifender Perspektive nachgegangen. Damit verbunden ist zudem die Frage, welche Geschichten wir über unsere Verfassung erzählen und was sich daraus über die deutsche Geschichte ablesen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.05.2024
Dieses Jahr wird zwar 75 Jahre Grundgesetz gefeiert, weiß Rezensent René Schlott (der selbst Historiker ist). Das gilt strenggenommen aber nur für die alten Bundesländer - die DDR als "Beitrittsgebiet" und damit die neuen Bundesländer haben es 1990 übernommen. Dass das eine umstrittene Entscheidung war und sogar bis heute ist, kann er in dem von der Geschichtsprofessorin Kerstin Brückweh herausgegebenen Band nachlesen: Es geht in den verschiedenen Beiträgen um den Artikel 146, der eine Ablösung des Grundgesetzes durch eine neue Verfassung möglich gemacht hätte, um mehrere Verfassungsinitiativen, und um die "verpasste Chance" dieser Bestrebungen für eine neue, gesamtdeutsche Verfassung. Schlott bemängelt, dass sich hier weder jüngere, in der Nachwendezeit geborene, Autoren noch außenpolitische Überlegungen finden, empfiehlt den Band aber trotzdem als wertvolle Diskussionsgrundlage.
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