Schreiben heißt für Doris Dörrie, das eigene Leben bewusst wahrzunehmen. Wirklich zu sehen, was vor unseren Augen liegt. Oder wiederzufinden, was wir verloren oder vergessen haben. Es ist Trost, Selbstvergewisserung, Anklage, Feier des Lebens. Doris Dörrie denkt in diesem Buch über das autobiografische Schreiben nach, gibt Tipps und kreative Anleitungen. Und sie legt gleich selbst los und erzählt von ihrem eigenen Leben.
Doris Dörries neues Ratgeber-Buch wird dem ein oder anderen zu selbstzentriert ausfallen, vermutet Rezensentin Anja Maier, könne aber durchaus auch bereichernd sein. Die Autorin und Regisseurin erzählt hier, nach eigener Aussage persönlicher als in ihren bisherigen Büchern, von ihrem eigenen Schreiben und Leben und lade ihre Leserschaft ein, selbst zu schreiben. Dabei wird, so Maier, das Ego recht ungeniert zum wichtigsten Referenzpunkt erkoren; Dörrie fordere dazu auf, über sich selbst zu schreiben, um die Welt und das eigene Ich kennenzulernen. Dieses "Sich-selbst-wichtig-Nehmen" kann auch durchaus nervig sein, meint Maier, auch wenn es durch Ironie vor Pathos gerettet werde. Aber trotzdem sei, was Dörrie schreibt, eben "nie doof", und so findet die Rezensentin auch hier "tolle Geschichten" und "magische Sätze" über Gefühle und die Herkunft der Autorin. Für Dörrie-Fans bestimmt ein "wertvolles Geschenk", schließt die Rezensentin.
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