Herausgegeben von Batya Horn und Elisabeth Wägner. 47 namhafte zeitgenössische AutorenInnen, bildende Künstler & Wissenschaftler setzen sich schreiben, zeichnerisch und/oder bildnerisch mit ihren Schreibritualen auseinander.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.10.2004
Schriftsteller können nicht einfach so mit dem Schreiben loslegen, weiß Rezensent Joachim Güntner: Mitunter ist der Weg zum heilbringenden ersten Satz recht lang und beschwerlich, und oftmals brauchen die Autoren eine Einstimmung, eine Art Vorspann. Unter dem Namen "Schreibrituale", so der Rezensent, haben Batya Horn und Elisabeth Wäger nun eine Anthologie herausgegeben, die fünfzig - vornehmlich österreichische - Autoren und Autorinnen nach ihrem "Vorspiel" befragt. Naturgemäß seien die Antworten individuell, und das in mehrerlei Hinsicht: Ob der absoluten Notwendigkeit des "heimischen Schreibtisches" oder der nomadischen Gleichgültigkeit des Ortes, oder ob der nötigen Reizmittel, die schon mal entscheidend von Schillers berühmten faulen Äpfeln abweichen können (Schokolade, Kaffee, Nikotin oder Hochprozentiges). Meistens jedoch, hat der Rezensent beobachtet, wird die Gewohnheit als Macht genutzt - wie es dieser schöne Satz beschreibt: "Das Ritual ist die Hostie der Eingebung."
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