Aus dem Amerikanischen von Claudia Wuttke. Herausgegeben von Norrie Epstein. "Die Kunst der Verführung" ist ein meisterhaft geschriebener, eleganter Dialog zwischen der erfahrenen, offensiven Crypia und der naiven, sensiblen Saccharissa darüber, wie man eine Liebesaffäre erfolgreich anbahnt, entwickelt und pflegt. Das Buch wurde 1928 erstmals anonym von Doris Langley Moore veröffentlicht und hat seit der Zeit seiner Niederschrift in den wilden Zwanzigern nichts von seiner Aktualität verloren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2004
Mit Doris Langley Moore hat der Europa Verlag sozusagen die "Mutter der Frechen-Frauen-Unterhaltung" wieder ausgegraben, freut sich Rezensent Ijoma Mangold. Die Autorin schafft in ihrem bereits 1928 erschienenen Buch, was ihren Nachfolgerinnen heute kaum mehr gelingt, nämlich "über eine längere Strecke glaubwürdig amoralisch" zu erscheinen. Ohne jede "Halbherzigkeit" gibt sie den Frauen Anleitungen zur Heuchelei, reißt "Masken vom Gesicht" und berechnet "Kalküle für den sozialen Ehrgeiz" - stilistisch wie auch ideologisch von Machiavelli inspiriert. Im Mittelpunkt steht die Verstellung - ein Motiv, mit dem sie "die keusche Zurückhaltung früherer Jahrhunderte" beerbt, aber nur um sie in ihrem Wesen zur "taktischen Klugheitslehre" umzufunktionieren.
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