Aus dem Amerikanischen von Jörg Fündling und Michael Reinhard Hess. Dieser Band bietet eine vollständige Darstellung des Osmanischen Reiches von seinen Anfängen im nachmongolischen Eurasien bis zu seiner Auflösung nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei wählt er einen ganzheitlichen Ansatz und berücksichtigt die osmanische Perspektive - was dieses Reich war, wie es entstand und wie es zerfiel. Douglas A. Howard hebt die entscheidende Rolle der Osmanensultane und ihres erweiterten Hausstandes hervor, erläutert die Entwicklung des reichsweiten Finanzsystems und analysiert besonders beliebte Werke der osmanischen Literatur. Besonders akzentuiert werden die Spiritualität, das Raum-und Zeitempfinden, Gefühlsgeschichte, Migration, Gewalt, Krankheit, Seuchen und Katastrophen. Das mit über 50 Abbildungen, Karten und Textkästen ausgestattete Sachbuch stellt dar, wie die Menschen in osmanischer Zeit ihren Tag verbrachten, sich zur Obrigkeit stellten, ihr Geld verdienten und ihren Sinn für Humor wie auch ihr Schönheitsgefühl bekundeten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.04.2019
Hans-Albrecht Koch kann dieses Buch allen empfehlen, die einen Einblick in die Geschichte des Osmanischen Reiches gewinnen wollen. Der amerikanische Historiker Douglas A. Howard erzähle anschaulich von der Gründung der Dynastie durch den Sultan Osman über den Aufstieg des Reiches zur Großmacht unter Süleyman dem Prächtigen bis zur Niederlage Mehemds IV. vor Wien durch den polnischen König Jan Sobieski, aber auch von der großen Pest und dem Aufstand der Derwische. Dabei widme sich Howard nicht nur den historischen Großereignissen, betont Koch, sondern auch grundlegenden Themen wie der Verwaltung im Osmanischen Reich, dem Topkapi-Palast, den Moscheen und Madrassen und Sufi-Klöstern. Auch für das heutige Verständnis des Landes nimmt der Rezensent einige wichtige Denkanstöße mit.
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