Eugene Rogan

Der Untergang des Osmanischen Reichs

Der Erste Weltkrieg im Nahen Osten 1914-1920
Cover: Der Untergang des Osmanischen Reichs
WBG Theiss, Darmstadt 2021
ISBN 9783806243079
Gebunden, 592 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Tobias Gabel und Jörn Pinnow. Der überraschende Kriegseintritt der Osmanen auf Seiten Deutschlands und Österreich-Ungarns hat mehr als jedes andere historische Ereignis dafür gesorgt, dass der europäische Konflikt zu einem Weltkrieg wurde. Auf einmal verläuft im Mittleren Osten die neben der Westfront wichtigste, aber wenig verstandene Front. So gut wie jeder moderne arabische Staat wird in den Krieg hineingezogen. Obwohl die Invasion der Briten und Franzosen bei Gallipoli scheitert, ist die Niederlage gegen die Entente-Mächte unausweichlich. Das Osmanische Reich muss den Weg frei machen für die Schaffung einer neuen Ordnung im Nahen Osten, die bis heute nachwirkt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 16.07.2021

Rezensent Carsten Hueck versteht nach der Lektüre von Eugene Rogans Militärgeschichte besser die Zusammenhänge zwischen der Ausweitung des Ersten Weltkrieges in den Nahen Osten und den Konflikten von heute, wie etwa die schwierige Beziehung zwischen der Türkei und Griechenland, die Konkurrenz arabischer Staaten oder die Lage der Kurden. Dass ein Großteil der Kampfhandlungen zwischen Entente und den Mittelmeerkräften gar nicht innerhalb Europas, sondern in Nordafrika und Eurasien stattfand, mag vielen Europäern heute gar nicht bewusst sein, meint er. Rogan schildere auf rund fünfhundert Seiten äußerst detailreich die "militärisch-politische Entwicklung" in dieser Region, was zwar informativ sei, aber manchmal auch ermüdend. Trotzdem lohnt sich die Lektüre, versichert der Rezensent, weil sie die Probleme im Nahen Osten nachvollziehbarer mache und den Anteil europäischer Staaten daran beleuchte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.06.2021

Laut Rezensent Oliver Jens Schmitt bietet Eugene Rogans Buch weniger die versprochene Darstellung des Endes des Osmanischen Reiches, als vielmehr eine Geschichte des britisch-osmanischen Krieges. Zwar kann der Autor Schmitt den "islamischen Faktor" des Krieges verdeutlichen und liefert detaillierte Schlachtbeschreibungen, doch verharrt er allzu sehr in der britischen Perspektive, findet der Rezensent. Auch die russische wie die bulgarische und die österreich-ungarische Seite kommen zu kurz, und deutsche Quellen werden übergangen, moniert Schmitt. Insgesamt missfällt dem Rezensenten, dass Rogan die Erzählung der Analyse vorzieht. Von der "Ethnisierung" im Ersten Weltkrieg etwa handelt das Buch nur implizit, meint er.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2021

Rezensent Florian Keisinger ist dankbar für das "detailreiche" Buch des Nahost-Historikers Eugene Rogan über den Niedergang des Osmanischen Reichs nach dem Ersten Weltkrieg. Für Keisinger bietet es ein umfassendes Bild einer bedeutsamen Phase der osmanisch-türkischen Geschichte. Der Autor behandelt laut Keisinger die innertürkischen Dynamiken sowie die osmanische Rolle im Ersten Weltkrieg gleichermaßen und offeriert so eine andere als die übliche eurozentristische Perspektive. Inwieweit die Gewalt im Osmanenreich mit ihren Pogromen auf tragische Weise "wegweisend" war, kann der Autor Keisinger ebenfalls auseinandersetzen.

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