Mit Übertragungen ins Japanische und einem Nachwort von Yuji Nawata. Viermal, einer eigenen langen Werkspur und Wahlverwandtschaft mit dem Osten nachgehend, hat Durs Grünbein Japan besucht. Während aller vier Reisen hat er sein Tagebuch in Form von Kurzgedichten geführt."Mir, der ich nie photographiere, schien das Haiku das probate Gegenstück zum Polaroid. Es sind Bilder der auf der Oberfläche schwimmenden Welt. Nur daß sie in diesem Fall aus nichts als aus Worten gemacht sind. Die Impression wird im nächsten Augenblick Schrift."Grünbeins Haikus sind ihrem Genre treu und eigenmächtig zugleich. Obwohl der Dichter von der japanischen Norm in Vers und Strophe ausgeht, verwandelt er sich die fremde Form an, stört dabei die traditionellen Elemente ihrer Bildlichkeit und die sie kennzeichnende Harmonie, durchaus auch drastisch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.02.2009
Für Irmela Hijia-Kirschnereit ist Durs Grünbeins Haiku-Band ein schönes Beispiel für einen gelungenen interkulturellen Dialog. Deutsche Haikus, ja, das geht, meint die Rezensentin, nicht weniger als das englische Sonett, findet sie. Was Grünbein aus der stenografischen Form, beziehungsweise in sie hinein zaubert, lässt das Rezensentinnenherz höher schlagen. Das vom Autor bereiste Japan ist für sie in den "heiter bis melancholisch" gestimmten Texten sinnlich erfahrbar. Insofern, meint sie, taugt der Band auch als Reisebuch. Dass der Autor seinen Intellekt spielen lässt und seine Skizzen dialogisch auch die literarischen Traditionen Japans und Deutschlands vielstimmig erklingen lassen, empfindet Hijia-Kirschnereit durchaus als Bereicherung des traditionell wenig reflexiven japanischen Haikus. Nicht nur optisch besonders schön erscheint der Rezensentin die zweisprachige Anlage des Bandes. Kongenial gelungen, wie sie ihr erscheint, eröffnet die Übertragung der Rezensentin verborgene Facetten der Gedichte. Überrascht zeigt sich Hijia-Kirschnereit schließlich darüber, dass der Autor die klassische Haiku-Gestalt mit dem ihr entsprechenden Rhythmus gewählt hat, der im Deutschen nicht wirklich wahrnehmbar ist, wie sie weiß. Die Rezensentin deutet es als Herausforderung, der sich der sprachvirtuose Autor gestellt hat.
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