Der Ein-Gott Glaube wird gefährlich, wenn Schriftbesitzer sich als Wahrheitsbesitzer aufspielen. Eckhard Nordhofen unterscheidet diese toxischen Auswüchse des Monotheismus vom ursprünglichen biblischen "Monotheismus der Vorenthaltung". Dieser entwickelt eine überraschend aktuelle anarchische Kraft für unsere Zeit. Das Buch rekonstruiert die Geschichte der Gottesmedien Bild und Schrift bis zum entscheidenden Medienwechsel, den Jesus vollzieht: Der Mensch selbst kann sich zum Gottesmedium machen. Höhepunkt dieser Analyse ist die Entdeckung eines kapitalen Übersetzungsfehlers ausgerechnet im Vaterunser. Die richtige Übersetzung erweist die aktuelle Debatte um "führe uns nicht in Versuchung" als Scheinproblem.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.11.2018
Rezensent Jan-Heiner Tück findet Eckhard Nordhofens Versuch, die Geschichte des Monotheismus als Mediengeschichte zu erzählen, virtuos. Wie es von der Schrift zum Körper geht, erklärt ihm der Autor in erfrischender Diktion, gelehrt und klar, mit Blick auf die Götzenkritik der Propheten (laut Nordhofen der biblische Beitrag zur Aufklärung), die Ambivalenz der Götterbilder, der Sakralisierung der Schrift, den "Medienkonflikt" zwischen Jesus und den Schriftgelehrten. Nordhofens Deutung des Vaterunsers findet Tück äußerst originell, anspruchsvoll erscheint ihm das Eintreten des Autors für eine Theologie mit einem wachen Bewusstsein für die Andersartigkeit Gottes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.05.2018
Der hier rezensierende Ägyptologe Jan Assmann lernt bei Eckhard Nordhofen einiges über die Medien des biblischen Gottes. Packend und zupackend scheint ihm der Ansatz dieser Mediengeschichte, wenn der Autor vom Bild zur Schrift, von der Schrift zu Jesus und weiter zum Brot führt. Überzeugend findet Assmann Nordhofens "unselbstverständliche" Gleichsetzung der vorexilischen Religion Israels mit der kanaanäischen Religion. Trotz oder gerade wegen des ein oder anderen Widerspruchs, den der Religionswissenschaftler Assmann bein Lesen verspürt, empfiehlt der Rezensent das Buch als originell, überreich, farbig, mutig parteiisch, unakademisch und heutig.
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