Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.07.2000
Zwar weiß der Rezensent mit dem Kürzel "ach" durchaus anzuerkennen, wie genau die Autorin das "Profil" der Würdenträgerinnen des nigerianischen Dorfes Musune herausgearbeitet hat. So erfahre man viel über "Abstammung, Bildung, Erwerbsmöglichkeiten, Austauschbeziehungen" etc. dieser Frauen. Dabei hat sich Platte, wie der Rezensent feststellt, auf Intrakulturelles beschränkt und einen Bezug zur westlichen Welt nur da zugelassen, wo ihre eigene Rolle als "Fremde" von Bedeutung ist. Merkwürdig findet er jedoch, dass diese Frauen in Plattes Darstellung "als seltsam unpolitische Wesen" erscheinen. Man erfahre nichts über ihre Meinung zu politischen Verhältnissen und Regierungen, ja nicht einmal, ob sie überhaupt "an Wahlen teilnehmen", so dass sich der Rezensent am Ende fragt, ob Musune tatsächlich ein so `verlassenes Nest` (so Platte) ist, oder ob der eingeschränkte Blick der Autorin es erst dazu macht. "ach" weist darauf hin, dass die Anführerinnnen der unverheirateten Frauen, die Mairas, in anderen Dörfern vor allem dafür verantwortlich sind, "junge Leute für Wahlkampagnen zu mobilisieren" (Dieser Posten war zur Zeit von Plattes Feldforschungen allerdings gerade unbesetzt).
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