Mit einer Einführung von Norman Paech. Haben sich die Deutschen in der Kolonialzeit in Südwestafrika vor hundert Jahren eines Völkermordes schuldig gemacht? Im Mittelpunkt des Buches steht die brisante aktuelle Diskussion um die Forderung der Herero nach Entschädigung. Am 12. Januar 1904 erhoben sich die Herero gegen die deutsche Kolonialmacht im heutigen Namibia. Hundert Jahre später klagen die Herero gegen die deutsche Bundesregierung und einige deutsche Unternehmen auf Wiedergutmachung. Dabei beziehen sich die Nachkommen der Opfer auf die Entschädigung ehemaliger jüdischer Zwangsarbeiter. Die Diskussion um den Völkermord und die Klage macht deutlich, dass in Deutschland und Namibia die Zeit des Kolonialismus längst noch nicht aufgearbeitet ist. In beiden Ländern steht dieser Prozess erst am Anfang.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 04.05.2004
Jürgen Zimmerer handelt diese Studie in der Rubrik "kurz und knapp" ab, und ebenso bündig fällt sein Urteil aus: "Ausgezeichnet" sei dieses Buch. Der Hamburger Völkerrechtler Norman Paech führe in seinem Vorwort in die rechtstheoretischen Fragen zum Mord an den Herero ein. Diese sind insofern entscheidend, wie Zimmerer erklärt, als von der Bewertung des Krieges gegen die Herero - als Kolonialkrieg, Aufstand oder Völkermord - auch eine Entschädigung abhängt. Böhlke-Itzen nun zeichne systematisch nach, wie sich die Bewertung historisch gewandelt habe, und analysiere "sorgfältig" die verschiedenen Positionen. Sie scheue sich auch nicht, "die revisionistischen Haltungen hinter einigen der vermeintlich wissenschaftlichen Positionen bloßzulegen".
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