Mit Werner Schmalenbach tritt die Rezeption der Moderne nach der etwas verkrampften Befreiungs-, Aufbruchs-, und Fortschrittseuphorie der Nachkriegszeit in ihre entspannte, souveräne und hedonistische Phase. Wie kein anderer hat er die sinnliche Suggestion und Schönheit der Moderne sehen gelehrt. Dieser kritische Sammler trug in 28 Jahren für die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf rund zweihundert Kunstwerke zusammen eine fast schmale Ausbeute, gemessen an den Anschaffungsorgien zeitgenössischer Sammlungen. Der Rang dieser Galerie misst sich nicht an der Vollständigkeit der Belege, sondern an singulären Bildern, die nur für sich selbst zeugen und auf gleichsam musikalische Weise miteinander korrespondieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.02.2012
Überaus lesenswert findet Manfred Schwarz diesen Gesprächsband. Nicht nur vermag ihm der Kunstkritiker Eduard Beaucamp die nonkonformistische Ankaufpolitik des Direktors der Kunstsammlung NRW, Werner Schmalenbach, zu vermitteln, dessen durchaus hochmütige, doch ebenso treffsichere Unbeirrbarkeit, der sich die Sammlung verdankt. Schwarz wird sogar richtig wehmütig, wenn er beim Lesen erkennen muss, dass weder ein so kenntnisreicher, ordnender kritischer Begleiter der Kunst wie Beaucamp noch ein "big spender" wie Schmalenbach heute weit und breit in Sicht ist. Dafür, meint er, regiert überall das Mediokre. Das, so legt Schwarz nahe, kostet zwar weniger, macht aber auch nur halb soviel Freude.
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