1 CD mit 77 Minuten Laufzeit. Im Jahre 2000 las Gert Westphal Gedichte, Briefe und Prosa von Eduard Mörike und gestaltete so ein umfassendes Portrait des Dichters, der 1804 in Ludwigsburg geboren wurde und dessen kritisch-spielerischer Umgang mit der literarischen Tradition vom barock über die Aufklärung, Klassik und Romantik, bis hin zum Realismus typisch für sein Werk ist.
Tobias Lehmkuhl schüttelt es geradezu bei dieser Aufnahme eines Mörike-Porträts aus Gedichten, Briefen und Szenen aus Prosatexten, die Gerd Westphal selbst ausgewählt und live vor Publikum vorgelesen hat. Westphal, der lange "Obervorleser der Nation" im Radio war, wie Lehmkuhl etwas respektlos formuliert, "packt gerne mal den Pathoshammer aus". Für seinen Geschmack spielt Westphal allzu sehr mit dem "Wechsel von Extremen" und packt dabei viel zuviel Gefühl in seinen Vortrag um zu überzeugen. Ein "derartiges Gebaren" wirkt heute nur noch "theatralisch" und "widerlich gefühlig", so Lehmkuhl bissig, der zwar einiges dem Umstand geschuldet sieht, dass es sich bei der CD um einen Live-Auftritt handelt. Dennoch, so der Rezensent, "ganz so dicke hätte es nicht kommen müssen".
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