Aus dem Spanischen von Veronika Schmidt und Rike Bolte. Dieser historische Roman ist ein Bericht über den immerwährenden Krieg des Menschen gegen die Natur. Die Stadt Fordlandia ist zugleich Waffe und Schauplatz dieser Schlacht, und der Kampf in ihrem Bannkreis ist das Abbild von Leidenschaft und Zwiespalt der menschlichen Seele. Weil er es satt hat, Wucherpreise für den von den Engländern monopolisierten Kautschuk zu bezahlen,beschließt Henry Ford 1928, selbst die Produktion aufzunehmen. Seine Wahl fällt auf den Amazonas, und kurz entschlossen wird dort ein gigantisches Projekt verwirklicht: die Gründung der Stadt, die den Namen ihres Erbauers trägt: Fordlandia. Es geht um Eroberung und Unterdrückung der Einheimischen, um Sklavenarbeit und Überlebenskampf. Die Macht des Dschungels ist der Mittelpunkt in diesem Abenteuerroman verlorener Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.01.2004
Von einer "unerquicklichen Lektüre" berichtet Georg Sütterlin in seiner Besprechung des Romans "Fordlandia". Das Buch des Autors Eduardo Sguiglia basiert auf einer "bizarren Episode der Industriegeschichte": 1927 pachtete Henry Ford in Brasilien ein Landstück, um durch die Gewinnung von Kautschuk unabhängig von dem britisch-niederländischen Industriemonopol zu werden, erzählt der Rezensent. Eine Krankheit machte den Monokulturen und dem Dschungelabenteuer ein Ende und ließ die Stadt Fordlandia zur Geisterstadt werden. Der Autor, so das vernichtende Urteil Sütterlins, bringe "keinen klaren Gedanken zustande" und schrecke vor keinem Klischee zurück, und er wundert sich, wie es dieser Roman in der "Washington Post" auf die Liste der besten Bücher des Jahres 2000 geschafft habe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2003
Das Opernhaus in Manaus mitten im brasilianischen Dschungel kennen wir aus Werner Herzogs Film "Fitzcarraldo", erinnert sich Martin Halter. Dagegen sei das vom amerikanischen Automobilkönig Henry Ford gegründete Fordlandia, am Rio Tapajós gelegen, selbst bei brasilianischen Historikern in Vergessenheit geraten. Der argentinische Soziologe Eduardo Sguiglia hat "Fordlandia" nun in einer Mischung aus historischer Dokumentation und Abenteuerroman als weitere "Zivilisationsruine" freigelegt. Nun sei Sguiglia kein großartiger Erzähler, warnt Halter gleich vor, doch dafür gelinge es ihm "mit epischem Gleichmut" das Scheitern eines sozialen Experiments nachzuzeichnen, dabei ebenso sachlich wie eindrucksvoll die Natur und das ethnologische Brauchtum zu schildern. Denn weder die Natur noch die Indios ließen sich unter das Joch von Stechuhren und Fließbändern zwingen. Sguiglias Roman sei zwar von schrägen Vögeln und wilden Abenteuerexistenzen bevölkert, wie man sie aus den Roman B. Travens oder Joseph Conrads kenne, meint Halter, zugleich seien sie aber meilenweit entfernt von deren fiebrig-heißen Männlichkeitsphantasien oder alteuropäischen Überheblichkeit. Die Übersetzung sei im übrigen, merkt Halter an, vor allem im ersten Teil lausig.
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