Ariel Dorfman

Cristobals Sohn und die Reise des Eisbergs

Roman
Cover: Cristobals Sohn und die Reise des Eisbergs
Europa Verlag, Hamburg 2000
ISBN 9783203760469
Gebunden, 480 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gariele Gockel und Thomas Wollermann. Für den 23jährigen Gabriel McKenzie ist Chile kaum mehr als eine Erinnerung. Auf der Flucht vor Pinochet hatte er das Land als Kind mit seiner Mutter verlassen hatte, Jetzt kehrt er zurück und trifft dort seinen Vater. Dieser ist auf dem besten Weg, die nach Gabriels Geburt mit einem Freund abgeschlossene Wette - jeden Tag eine andere Frau zu verführen - zu erfüllen. Gabriel selbst hat noch mit keiner Frau geschlafen. Ob sein Vater ihm helfen kann, die Geheimnisse der Liebe zu ergründen? Gleichzeitig schlittert er in ein Abenteuer ganz anderer Art: Auf Drängen des Ministers, eines Freundes seines Vaters, begeben sich Vater und Sohn auf eine Expedition in die Antarktis, um für die Weltausstellung in Sevilla einen hundert Meter hohen Eisberg nach Chile zu schleppen. Mit dabei ist die junge Tochter des Ministers. "Wahrscheinlich die einzige Frau, mit der sein Vater noch nicht geschlafen hat", mutmaßt Gabriel und verliebt sich...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2000

Die Besprechung von Martin Ebel beginnt mit einer Auflistung dessen, was man über den Autor weiß und warum man ihn schätzt: das lässt Böses ahnen. Und tatsächlich, aus dem "gelehrten, verdienstvollen, engagierten und erfolgreichen" chilenischen Autor wird alsbald einer, der an seinem hohen Anspruch, den "Roman Chiles" zu schreiben, gescheitert ist. Woran liegt es? Zuallererst an einem langweiligen, "verquatschten" Helden; in einer e-mail, als die das Buch geschrieben ist, kündigt er seinen spektakulären Selbstmord an, klagt zunächst aber alles und jeden an: die Eltern, die Geschichte Chiles, das Schicksal. Zum anderen liegt es an der nur "krude oder verschämt" ausgedrückten Sexualität. Die eher grobschlächtige Kritik am chilenischen Machismo, so Ebel, wird zusätzlich belastet mit allem, was es kritisierenswertes gibt an der Geschichte Chiles, der Ausrottung der Ureinwohner, Armut, Hass auf Frauen und Homosexuelle, Nichtaufarbeitung der Vergangenheit... Ebels Urteil: "je mehr man den Esel bepackt, desto langsamer läuft er."
Stichwörter

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…