Am Anfang der Rezension von Kolja Mensing steht ein nicht ganz unerheblicher Wutausbruch, ausgelöst durch die Übersetzung von Xenia Osthelder, die des Deutschen nur bedingt mächtig sei und deren Schnitzer leider auch von Lektor oder Korrektor nicht behoben wurden. Die ironische Satzstruktur des Originals gehe durch die "lieblos aneinander gereihten Hilfskonstruktionen" vollends verloren, doch zur Freude des Rezensenten hat es nicht einmal diese Übersetzung geschafft, das Buch in Gänze zu zerstören. Denn es handelt sich dabei einen "tiefgründigen Thriller", in dem sich einer von zwei Polizisten mit einem alten Leichenfund herumschlage, der andere dagegen dem Tod seines Urgroßvaters auf den Grund gehe, der im ersten Weltkrieg wegen "Feigheit vor dem Feind" hingerichtet wurde. Somit werde ein gerne unter den Teppich gekehrter Aspekt der britischen Militärgeschichte hervorgeholt und durchleuchtet. An dem Buch an sich hat Mensing wahrlich nicht das geringste auszusetzen.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.05.2005
Während ein mit Minderwertigkeitskomplexen behafteter Chiefinspektor im Dreck seiner Familiengeschichte wühlt, tun dies seine Kollegen ganz buchstäblich in einem sumpfigen Kraterloch in Mid-Yorkshire, wo zuvor menschliche Gebeine gefunden worden waren, resümiert Tobias Gohlis. "Wald des Vergessens" heißt der hier besprochene Krimi des Bestsellerautoren Reginald Hill. Wie dieser es fertigbringe, die beiden oben angedeuteten Handlungsstränge erst ganz am Ende zusammenzuführen, das sei schon "sehr souverän ausgeführt", urteilt der Rezensent, der die "Qualität Hills" zu schätzen weiß.
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