Im 19. Jahrhundert zahlten Reisende und Händler hohe Preise für Papageien. Die europäische Aristokratie war fasziniert vom bunten Federkleid der Vögel und vor allem von ihrer Fähigkeit zu sprechen, zu singen und die menschliche Stimme nachzuahmen. Unter dem Namen Illustrations of the Family of Psittacidae, or Parrots veröffentlichte der zwanzigjährige Edward Lear 1832 ein Set von 42 handkolorierten Lithografien. Die Sammlung zählt zu den ersten dem Papagei gewidmeten Publikationen in der Geschichte der wissenschaftlichen Illustration. Sie beinhaltet Abbildungen von afrikanischen, australischen und amerikanischen Arten, die von den Abonnenten der Lithografien gezüchtet wurden. Dazu gehörten Sir William Jardine und Prideaux John Selby, zwei bekannte Ornithologen und Naturkundler, die den Künstler unterstützten und an seiner Entwicklung maßgeblich Anteil hatten. Im Gegensatz zu anderen Illustratoren, die oft nach präparierten Exemplaren arbeiteten, zeichnete der junge, sehr talentierte Lear (1812 - 1888) lebende Papageien. Sein leichter, schneller Strich und das neue Medium der Lithografie verleihen dem Werk Lears besondere Originalität und unmittelbare Eleganz. Kurze zoologische Porträts aller Vögel und ein illustrierter Essay führen in Lears Werk ein.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.07.2009
Höchst entzückt ist Julia Voss von dieser großformatigen Neuauflage von Edward Lears "The Parrots - Die Papageien - Les Perroquets". Sie würdigt das Werk des englischen Schriftstellers und Illustrators, der im 19. Jahrhundert vor allem durch seine Nonsens-Gedichte berühmt wurde, als eines der "herrlichsten Werke in der Geschichte der Vogelillustration". Die zwischen 1830 und 1832 entstandenen Illustrationen bildeten Voss zufolge das erste Papageienbuch der Welt, "dessen Abbildungen auf die Betrachtung lebendiger Vögel zurückgingen". Wie sie berichtet, war das Werk im vogelbegeisterten England des 19. Jahrhunderts ein Riesenerfolg. Während Lears Limericks auch in Deutschland in diversen Ausgaben zu haben sind, waren seine Papagien laut Voss "unbezahlbar und kaum je zu sehen". Dank des vorliegenden Faksimiledrucks lassen sie sich zur Freude der Rezensentin jetzt bewundern.
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