Als ehemaliges Staatsoberhaupt der DDR wurde Egon Krenz zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt, davon saß er vier Jahr in Moabit, Hakenfelde und Plötzensee ab. Im Strafvollzug führte er Tagebuch. Er berichtet über das Leben hinter Gittern, über Reaktionen innerhalb und außerhalb des Gefängnisses. Entstanden ist ein ungewöhnliches zeitgeschichtliches Zeugnis.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 10.03.2009
Wenig angetan ist Roland Mischke von Egon Krenz' Gefängnis-Tagebuch, in dem der einstige DDR-Staatsratsvorsitzende seine Eindrücke, Erlebnisse und Gedanken im Knast schildert. Dabei zeigt sich Krenz seines Erachtens vor allem als schlechter Verlierer: Er lamentiert über die Mächtigen, die mit ihm abgerechnet hätten, stellt sich als politisch Verfolgter dar, sieht sich als Opfer der Wiedervereinigung. Zwischendurch scheinen Mischke die Gefängnis-Notizen zwar unterhaltsam, etwa wenn der Autor erzählt, wie er im Knast das Vorbild gab. Insgesamt aber dokumentiert das Buch für ihn Krenz' Unfähigkeit zu lernen. Sein Fazit: "ein beschämendes und ein trauriges Buch."
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