Walter Ulbricht kam aus SPD und Arbeiterbewegung, gehörte zu den KPD-Gründern, war Abgeordneter des Reichstags, Widerstandskämpfer gegen Hitler, Emigrant, nach der Befreiung SED- und DDR-Mitbegründer; mehr als 20 Jahre bestimmte er wesentlich die Geschicke des ersten sozialistischen deutschen Staats. Egon Krenz, nach Honecker der zweite Nachfolger Ulbrichts, hat sich mit historischem Sinn der anspruchsvollen Aufgabe unterzogen, Zeugnisse zu Leben und Werk seines Vorgängers zu sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Walter Ulbricht erscheint hier in Erinnerung und Urteil von Weggefährten und Zeitgenossen ebenso wie von Historikern der Gegenwart. Die Autoren, großenteils noch persönlich mit Ulbricht bekannt, schildern Erlebnisse und Eindrücke. Wissenschaftler und Schriftsteller analysieren Ulbrichts Politik, seine Leistungen und Wirkungen.
Schön lakonisch ist Barbara Bollwahns größtenteils aus Zitaten bestehende Nicht-Rezension dieses "Denkmals", das Egon Krenz Walter Ulbricht mit diesem Gesprächsband setzen wollte. Und dies zwar ganz im Gestus der Überhöhung, denn es gelte, weiß Bollwahn, gegenüber der starken medialen Präsenz Hitlers das Bild eines Kämpfers gegen den Faschismus zu positionieren. Auch deshalb müht Krenz sich redlich darum, seinen Gesprächspartnern Begeisterung in den Mund zu legen, schreibt Bollwahn. Was sie an Passagen aus dem Buch übernimmt, zeichnet allerdings ein kümmerliches Bild: Margot Honecker hadert ganz grundsätzlich, weil sie sich noch immer im Kalten Krieg wähnt, und Ulbrichts Arzt bescheinigt dem einstigen Staatsratvorsitzenden, dass er auch zum Ende hin gesundheitlich noch jeden Papst in die Tasche gesteckt hätte. Den "größten Unterhaltungswert" attestiert Bollwahn einer Episode aus Ägypten, wo dem überforderten Staatsmann eine Begeisterung seitens der Bevölkerung entgegen brandete, dass dieser beinah in Atemnot geriet.
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