1981 wird ein junger Student der Zahnmedizin bei Vorbereitungen zur Republikflucht gefaßt und kurz darauf zu zwanzig Monaten Haft verurteilt. Da er sein Studium bereits abgeschlossen hatte, darf er nach einiger Zeit im Haftkrankenhaus in seinem Beruf arbeiten. Dabei hat er keine Wahl: Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder werden zu seinen Patienten und helfen ihm als Assistenten im Behandlungszimmer. Um inneren Abstand zu den Geschehnissen zu gewinnen und gleichzeitig nichts davon zu vergessen, beginnt er, auf winzigen Zetteln Notizen über das Haftgeschehen hinauszuschmuggeln ? die Grundlage für das vorliegende Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.11.1999
Ein Zahnarzt träumte von Papua-Neuguinea. Aber dummerweise lebte er in der DDR. Er versuchte zu fliehen und wurde ins Gefängnis zu Schwerverbrechern gesteckt. Gangolf Seitz schildert in seiner Rezension, wie erst hier Garves Bild von der DDR endgültig erschüttert wurde. Das System hatte es seiner Öffentlichkeit schlicht verschwiegen, dass es in ihm auch Mörder gab. Seitz findet diesen "Bericht über einen Aspekt der untergegangenen DDR" bewahrenswert.
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