Eilert Herms entwickelt das Ganze der Systematischen Theologie - Fundamentaltheologie, Dogmatik und Ethik -, indem er das Wesen des Christentums beziehungsweise des christlichen Lebens beschreibt, welches er als exemplarischen Fall des Zusammenlebens im Licht praktischer Gewißheit über Welt, Gott und Leben sieht. Solche Gewißheit geht auf Erschließungsereignisse zurück, richtet als zuverlässig anerkannt das Leben durchgehend aus und wird durch es ausgedrückt. Das Besondere christlicher Gewißheit ist: Unsere Lebensgegenwart ist die Verwirklichung des Gemeinschafts- und Versöhnungswillens des Schöpfers in dessen Allgegenwart (Apg 17,28). Sie verdankt sich Gottes unverfügbarer Selbsterschließung. Dadurch wird die christliche Welt-, Ursprungs- und Selbstgewißheit schrittweise gebildet. Der Autor stellt das Wesen christlicher Theologie als Theorie des christlichen Lebens (I), das Zustandekommen der christlichen Gewißheit durch unverfügbare Erschließungen ("Offenbarungen") (II), den Sachbezug des Wortbekenntnisses des Glaubens (III) sowie das Ganze seines Tatbekenntnisses dar (IV).
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.01.2018
Ingolf U. Dalferth muss einige Geduld und Lust am Denken aufbringen, um dem Systematiker Eilert Herms über 3000 Seiten bei seiner Zusammenschau von Luther, Schleiermacher, amerikanischem Pragmatismus, kontinentaler Phänomenologie, Lebensphilosophie und neuzeitlicher Erkenntnistheorie zu folgen. Wie der Autor seine Gesamtsicht der evangelischen Theologie von ihren philosophischen Grundlagen bis zu aktuellen Fragen der Ethik aus einer Analyse des Wesens des Christentums entfaltet, scheint dem Rezensenten bemerkenswert. Der Wunsch des Autors, über das Leben nicht nur aller Christen, sondern aller Menschen Entscheidendes zu sagen, wird für den Rezensenten dadurch problematisch, dass Dalferth eigentlich ausschließlich sich selbst zitiert und andere Autoren fast vollständig ausblendet. Insofern handelt es sich laut Rezensent nicht um ein Lehrbuch, sondern um eine Phänomenologie christlichen Glaubenslebens aus Sicht des Autors.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.05.2017
Rezensent Dirk Pilz warnt davor, sich vom Umfang dieses dreibändigen Mammutwerks zum "Wesen des Christentums" abschrecken zu lassen. Denn die wahrlich nicht leichte Lektüre lohnt, versichert der Kritiker, der dem emeritierten Theologieprofessor Eilert Herms "ausgeprägten Systematisierungswillen" und "Kenntnisreichtum" attestiert. Er liest hier in hundert erläuternden Paragrafen, denen jeweils eine These vorangestellt ist und die von der Ethik bis zum Schriftverständnis nichts auslassen, was es aus protestantischer Sicht bedeutet, "in Wahrheit und aus Gnade (zu) leben". Und auch wenn der Rezensent nicht jeder Ausführung zustimmen mag, verdankt er diesem Buch viele anregende und nicht zuletzt aktuelle Fragen zu "gelebtem Glauben".
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