Roland Kany unterzieht die internationale Forschung der letzten 160 Jahre zu allen Aspekten von Augustins "De trinitate" einer kritischen Revision. In der modernen Systematischen Theologie wird Augustins Trinitätslehre zumeist auf traditionelle Weise verstanden und abgelehnt. Die gegenwärtige patristische Forschung interpretiert das Werk zwar neu, vernachlässigt allerdings seine philosophischen Implikationen. Philosophen entdecken derzeit Augustins Theorie des Selbstbewusstseins in "De trinitate" wieder, lassen aber deren theologischen Zusammenhang außer acht. Roland Kany schlägt eine neue Auslegung vor: Augustins Verständnis des Selbstbewusstseins löst ein fundamentales Problem der antiken Philosophie und nimmt diese Lösung zum Ausgangspunkt einer neuartigen Trinitätstheologie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2009
Für Rezensent Wolfram Kinzig steht zweierlei fest: AugustinsTrinitätslehre ist die einflussreichste Behandlung der Gottesfrage im Abendland. Und Roland Kanys Studie dazu ist der beste Nachweis. Kanys polylinguale Belesenheit und seine Geduld, die einschlägigen Publikationen zu Augustin aus den letzten 160 Jahren auszuwerten und gegebenenfalls scharf zu kritisieren, machen Kinzig ordentlich Eindruck. Nicht weniger imponieren ihm die methodische Sicherheit und die schriftstellerische Brillanz, mit der der Autor den in der jüngsten Forschung aufgerissenen Hiat zwischen theologischer und philosophischer Deutung aufzulösen und die Einheit von "De trinitate" (wieder-)herzustellen versucht. Dass Kany seinen Augustin auf Inkonsistenzen zu prüfen versteht, ohne ihn zu diffamieren, weil er den gedanklichen Horizont der Spätantike zum Maßstab nimmt, dass er dem Leser Augustins Leistung auf wenig Raum begreifbar zu machen versteht, überzeugt den Rezensenten von einem Buch, in dem er den Grundstein für eine überfällige kritische Ausgabe von "De trinitate" sieht.
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