Ekkehart Krippendorff

Die Kunst, nicht regiert zu werden

Ethische Politik von Sokrates bis Mozart
Cover: Die Kunst, nicht regiert zu werden
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1999
ISBN 9783518410394
Gebunden, 467 Seiten, 28,63 EUR

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 14.11.2000

Christian Semler erläutert zunächst, dass der Autor sich mit dem Begriff `regieren` an Foucault anlehnt, bei dem auch die `Selbstregierung` gemeint ist, etwa im Sinne einer Selbstdisziplin. Und so gehe es in diesem Buch auch weniger um "Gegenstrategien der Gewaltunterworfenen", sondern mehr um die Frage, wie ein Mensch durchs Leben gehen kann "ohne zu katzbuckeln". Semler hebt dabei zwei Schwerpunkte in diesem Buch hervor. Das ist zum einen ein Überblick über die Theatergeschichte von der Antike bis zur romantischen Oper, zum anderen Militärkritik, bei der Krippendorff die Politik als "Fortsetzung des Krieges" begreift und nicht umgekehrt. Hier hätte sich Semler allerdings einige Überlegungen zur Bundeswehr und UNO gewünscht. Aufschlussreich findet er jedoch Krippendorffs Ausführungen zu Brecht und die Ablehnung des Heldentums im politisch linken Spektrum. Insgesamt ein "spannendes und lehrreiches" Buch, so das Fazit des Rezensenten.

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