Herausgegeben von Philipp Sarasin, Silvia Berger, Marianne Hänseler und Myriam Sörri. Was erfährt man über die Geschichte und Kultur der Moderne, wenn man sie aus der scheinbar marginalen Perspektive der Bakteriologie betrachtet? Und wie wird diese Wissenschaft selbst kulturgeschichtlich 'lesbar', wenn der enge Horizont traditioneller Wissenschaftsgeschichte zugunsten einer Geschichte des Wissens überschritten wird? Die in diesem Band versammelten Texte zeigen, wie die Bakteriologie als Wissenschaft nur unter ganz spezifisch modernen Verhältnissen - Diskursen, Institutionen und Techniken - entstehen konnte, und sie untersuchen, wie die Bakteriologie mit ihren Konzepten und Analyseverfahren das moderne Bild von Körper und Krankheit, aber auch von Grenzen und Migrationsbewegungen, von Nationen und Kriegen tiefgreifend geprägt hat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.02.2007
Als gelungenes Beispiel einer Geschichte der Bakteriologie jenseits der Fortschrittsperspektive bezeichnet Robert Jütte den von Philip Sarasin und anderen herausgegebenen Sammelband. Jütte stößt auf die Bakteriologie entzaubernde Klassiker der Medinzingeschichtsschreibung, wie Bruno Latour, und eine in drei Teilen angelegte "erregende" Auseinandersetzung der Bedingungen von Forschung und der Vereinnahmung von Wissenschaftlern durch Markt und Politik. Beiträge über die Instrumentalisierung von Robert Kochs Theorie des Cholerabazilllus oder über die amerikanische "Seuchenpolitik" auf den Philippinen haben Jütte sichtlich beeindruckt.
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