Vardø, eine kleine Stadt weit über dem Polarkreis in der Arktis. Der Mord am reichen norwegischen Waldbesitzer Olle Trygg verstört alle, auch Ravna Persen, gerade frisch als Praktikantin bei der örtlichen Polizeidienststelle gelandet. Ravna hat keinen leichten Stand bei ihren Kollegen: Sie ist eine blutige Anfängerin, sie ist eine Frau und … sie ist Samin. Keiner nimmt sie ernst, als sie am Tatort glaubt, Hinweise auf einen samischen Hintergrund der Tat zu finden - einen Strich in der Erde. Als kurz darauf der umstrittene Kommissar Rune Thor eintrifft, um den Fall zu übernehmen, spitzen sich die Konflikte zu. Doch Ravna weiß durch ihre Urgroßmutter Léna viel über die Geheimnisse der Samen - und darüber, dass der Strich auf ein uraltes Ritual hindeutet, mit dem die Wanderseelen der Toten daran gehindert werden sollen, in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Wer immer die Tat begangen hat, muss dieses Geheimnis kennen
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.05.2021
Als spannenden Jugendthriller mit einer starken "politischen Dimension" beschreibt Rezensent Fritz Göttler Elisabeth Hermanns "Ravna". Besonders dieser politische Aspekt ist es, der ihn als Leser zu überzeugen scheint. Ravna ist Samin, also Angehörige der indigenen Bevölkerung Nordskandinaviens. Und sie ist Praktikantin bei der Polizei, lesen wir. Diese findet bereits an Ravnas erstem Tag eine Leiche auf: Es handelt sich um jenen Mann, der kürzlich große Weideflächen, welche die Samen zur Rentierzucht benötigen, an einen Konzern verkaufen wollte. Gemeinsam mit einem knarrigen Charakterkopf von Kommissar und Ravnas Schamanen-Uroma taucht die junge Ermittlerin in die Geschichte ihrer Heimat ein, in der das eigentliche "große Verbrechen" liegt - die Hexenverfolgung und -verbrennung und die Privatisierung samischen Landes, so der berührte Rezensent.
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