In Anemos, einer postapokalyptischen verstrahlten Stadt, hat sich eine prekär ausbalancierte Gemeinschaft aus Mischwesen und Mutant*innen gebildet - für das gemeinsame Überleben braucht es die Leuchtqualle Oberon, die die Wasserversorgung der Stadt sicherstellt, aber auch die geweihbewehrte Titania, die für die wilden Feste der Stadt sorgt. Doch eines Jahres endet das Fest Walpurgis mit Oberons Tod im Liebesspiel - und das kleine Schleimtierchen Müxerl muss Oberons Aufgaben übernehmen. Denn: Was du kaputt machst, musst du richten, so verlangt es das Gesetz von Anemos. Was, so fragt Elisabeth Klar, kommt nach dem Anthropozän? Und welche Gesetze kann sich eine Gesellschaft geben, um unter widrigen Umständen nicht nur zu über leben, sondern auch leben zu wollen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.02.2023
Unheimlich im freud'schen Sinne kommt Judith von Sternburg Elisabeth Klars Science-Fiction-Geschichte "Es gibt uns" vor: Merkwürdige, nur in Ansätzen menschliche Wesen haben die Apokalypse überdauert und bevölkern nun das Theater, das seine politische, meinungsbildende Rolle behalten hat. "Eine klasse Vorstellung" nennt die Kritikerin das, was ihr hier geboten wird: Da tauchen Figuren mit altbekannten Namen wie Titania und Oberon auf, halten kluge Monologe und erklären dem Publikum, wie das Überleben doch noch weiter möglich ist. Total wild und aufsehenerregend, findet von Sternburg, sie freut sich über den Gedanken, dass es künstlichen Intelligenzen zumindest noch nicht möglich ist, so etwas zu schreiben.
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