Elisabeth Naumanns "Entdeckungen an einem alltäglichen Ort" münden in eine umfassende Kulturgeschichte des Kiosks, die nicht nur die Entstehung, Entwicklung und Erscheinungsformen dieser bedeutenden Kleinstarchitektur unter die Lupe nimmt, sondern vor allem den Blick auf den Menschen wirft, der dieses Straßenmöbel betreibt oder besucht. Ob Zeitungskiosk, Imbissbude oder Trinkhalle - der Autorin gelingt es, das Bedeutungsvolle im scheinbar unbedeutenden Alltäglichen zu entdecken und neue, ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Am Beispiel der Berliner Kiosklandschaft entfaltet sich in den verschiedenen Kapiteln ein Stück Sozialgeschichte, in der sich die unterschiedlichsten Facetten zu einem aufregenden und spannungsreichen Bild verbinden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 25.10.2003
Das vorliegende Buch zeugt wieder einmal von der Vorliebe des Jonas-Verlages für das "Phänomen der urbanen Alltagskultur", so der mit "owd" zeichnende Rezensent. Denn bei der Studie von Elisabeth Naumann handele es sich um die "erste umfassende kulturwissenschaftliche Untersuchung zum Kiosk", sozusagen um die Begründung der "Kioskologie". Auf ebenso "fundierte" wie "unterhaltsame" Weise rolle die Soziologin die lange, bis ins alte Ägypten zurückreichende Geschichte des Kiosks auf und beschreibe den allmählichen Wandel, ganz besonders im Zuge der aufkommenden Massenpresse, vom Getränke-Ort zum kleinen Laden für alles.
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