"Mich müdet langsam alles Sonnenlicht / Möcht sehen, wie alle Welt in Trümmer bricht". Diese Worte spricht Shakespeares König Macbeth, als er ahnt, dass der Weg, den er eingeschlagen hat, nur eine Richtung kennt: den Untergang. Elke Heidenreich erzählt diese Parabel von Macht, Mord und Verrat in ihrem eigenen, unnachahmlichen Ton. Die Fotos von Tom Krausz ergänzen ihren Text einfühlsam und lassen die Schauplätze im schottischen Hochland lebendig werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.09.2002
Optisch ein gelungenes Buch, meint Alexander Menden, denn so wie auf den Fotografien von Tom Krausz, die dieser im schottischen Hochland aufgenommen hat, stelle man sich tatsächlich die Umgebung der drei Hexen aus "Macbeth" vor: viel Nebel, Moos, karge Bergkuppen, verwitterte Grabplatten, eben "nordische Morbidezza". Dazugestellte Originalzitate führten gemeinsam mit den Fotografien durch das blutige Königsdrama, erläutert Menden. Bedauerlicherweise zeige sich Elke Heidenreich dem Stoff nicht ganz gewachsen, meint er. Ihre allgemeinen Erörterungen über Gut und Böse - in denen auch Verweise auf Bush, die Selbstmordattentate und den allgemeinen Werteverfall nicht fehlen dürfen - nähmen einen vergleichsweise großen Raum neben den knapp gehaltenen Originalzitaten und für sich sprechenden Fotografien ein. Heidenreichs Assoziationen bildeten, so Menden, keine wirkliche Bereicherung dieses sonst sympathischen Bildbandes.
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