"Sonst noch was" sagt Mutter Gertrud abfällig, wenn sie von ihrem Bruder Hans spricht, der sich mit seinen Tieren in einem kleinen Haus im Westerwald zur Ruhe gesetzt hat. Nein, von Hans hält sie nicht viel. "Sonst noch was" sagt sie aber auch, als Katharina, ihre elfjährige Tochter, in den Ferien aufs Land soll wegen der Bronchien. Der Einzige aus der Verwandtschaft, der auf dem Land wohnt, ist Onkel Hans. Bis zur letzten Sekunde nervt Mutter Gertrud mit ihren schrecklich besorgten Anweisungen. Endlich rollt der Zug. Illustriert hat das Buch Bernd Pfarr.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.10.1999
Hubert Filser gefällt es, wie Heidenreich vermittelt, dass man sich immer Augenblicke des Glücks schaffen kann, selbst wenn die ganze Welt düster erscheint. Allerdings relativiert er dies anschliessend ein wenig. "Zwischen lustig und traurig" bewege sich dieses schön erzählte Buch. Die etwas harten, aber durchaus witzigen Illustrationen passen daher seiner Meinung nach gut zu dieser Geschichte, wenn er auch Pfarrs Farbgebung durchaus "ungewöhnlich" findet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999
Hans-Joachim Neubauer lobt Heidenreichs "flüssig erzählte", märchenhaft überhöhte Erinnerungen an ihre Kindheit mit einer alleinstehenden Mutter. Das Buch strahle einen Hauch von Wehmut aus, wie er nacherzähltem Leben oft eigen sei. Als sympathisch schildert Neubauer die Figur des Junggesellen und Onkels dem die kleine Heldin der Geschichte mit Hilfe eines sprechenden Hunds eine Frau beschafft. Die Mutter komme dagegen nicht so gut weg. Pfarrs Illustrationen seien von "leuchtendem Schmelz".
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