Herausgegeben von Wolfgang Burgmai, Eric J. Engstrom und Matthias M. Weber.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.08.2000
Das "Psychogramm eines deutschen Professors um die Jahrhundertwende", schreibt Rolf Mader, wird hier geboten. Einer der anerkanntesten Psychiater seiner Zeit, der auch international als "Systematiker der Geisteskrankheiten" gerühmt wurde, stellt sich hier in einer Selbstschau vor. Freud konnte ihn nicht leiden, was auf Gegenseitigkeit beruhte, denn Kraeplin, so Mader, war typisch wilhelminisch: "patriotisch, patriarchalisch, streng autoritär, antisemitisch, militaristisch und rechtskonservativ". Zudem zeichnete er sich durch strikten Sozialdarwinismus aus, wollte, so Mader, alle "Gewohnheitsdiebe, Landstreicher aber auch Revolutionäre" am liebsten nach Afrika schicken, wo sie sich im "Lebenskampf" behaupten sollten. Tatsächlich wurden in seiner Klinik Mitglieder der Münchener Räterepublik auf ihren Geisteszustand untersucht: alles "fanatische Psychopathen", war sein Urteil. Mader lobt die "vorbildlich edierte und mit zahlreichen Anmerkungen versehene Ausgabe".
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