Emilia war noch Emilka, als ihre Eltern mit ihr losfuhren - raus aus dem grauen Polen, nach Westberlin! Das war 1988. Nur ein Jahr später hatte sie einen neuen Namen, ein neues Land, eine neue Sprache: Sie war jetzt Deutsche, alles Polnische war unerwünscht. Wenn die neuen Kollegen der Eltern zum Essen kamen, gab es nicht etwa Piroggen, sondern Mozzarella und Tomate. Und als Emilia ein Deutschdiktat mit zwei Fehlern nach Hause brachte, war ihre Mutter entsetzt: Was war schiefgelaufen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.09.2017
Jörg Thomann erfährt bei Emilia Smechowski, wie es sich anfühlt, als Migrantin die eigene Herkunft und Kultur verleugnen zu müssen. Das polnisch-deutsche Schicksal der Autorin bietet eine Perspektive, in der sich seiner Meinung nach auch Menschen anderer Nationalitäten wiederfinden können. Wenn die Autorin von der bedingungslosen Aneignung deutscher Lebensweisen und Kultur berichtet, ist das für Thomann Essay, bewegende Emanzipationsgeschichte, Autobiografie und Beitrag zur Flüchtlingsdebatte in einem, auch wenn nicht alle geschilderten Erlebnisse repräsentativ sind, wie der Rezensent einräumt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 04.08.2017
Harry Nutt empfiehlt Emilia Smechowskis zwischen Essay und Roman changierendes Buch als exemplarische Migrations- und Aufstiegserzählung mit kleinen Fehlern. Was die Autorin hier schildert, lässt den Rezensenten erkennen, dass Integration ohne Anpassungsdruck und den Verlust der Seele womöglich nicht zu haben ist. Smechowskis Familiengeschichte, erzählt laut Nutt in schnörkellosem Stil und garniert mit beiläufigen Beobachtungen, ergibt für den Rezensenten ein stimmiges Gesamtbild der deutschen Migrationskultur. Wichtig, meint Nutt.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…