Daniela Dröscher

Sprechen

Cover: Sprechen
Hanser Berlin, Berlin 2026
ISBN 9783446285859
Gebunden, 112 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Daniela Dröschers sehr persönliche Geschichte der Selbstermächtigung - von einer schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Und die Frage, wie wir sprechen sollten, um einander wirklich zu verstehen. Ein harmloses Mittel der Verständigung war Sprechen für die Schriftstellerin Daniela Dröscher nie. Als Kind einer Zugezogenen im Hunsrück zwischen Hochdeutsch und breitem Pfälzer Dialekt erwies sich Sprechen als ein so zweischneidiger Akt der Anpassung, dass sie lieber verstummte. Außerhalb des Privaten fehlte ihr auch später lange der Mut zum Einstehen für das eigene Wort, zu groß war die Angst davor, als Aufsteigerin erkannt oder missverstanden zu werden. Mit radikaler Offenheit erzählt sie von ihrer Emanzipation von einer schamhaft schweigenden zur öffentlich sprechenden Frau. Dabei denkt sie darüber nach, ob nicht gerade die Bereitschaft zum Missverstehen die eigentliche Voraussetzung für wahres Verständnis und einen produktiven Gesellschaftsdialog sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 29.05.2026

Ein "offenes Gesprächsangebot" nennt Rezensentin Dina Netz Daniela Dröschers autobiografisch grundierten sprachtheoretischen Essay - und nimmt dieses Gesprächsangebot dankend an. Wie bereits in etlichen ihrer übrigen Werke, geht Dröscher auch in "Sprechen" von den eigenen Erfahrungen aus, erzählt offen vom Hadern mit der Sprache, von den Episoden ihres Lebens, in denen sie fast oder sogar vollständig verstummte, aber auch, und mit einigem Stolz, von dem Aneignungsprozess, der darauf folgte. Für sich genommen wären diese Passagen zwar interessant für Dröscher-Fans, andere jedoch könnten sich von Dröschers Offenheit beinah peinlich berührt fühlen, vermutet Netz. Doch zum Glück ihrer Leserinnen und Leser belässt diese Autorin es nicht bei autobiografischen Berichten, sondern verknüpft diese auf originelle Weise und scheinbar mühelos mit Reflexionen über die sozialpolitische Dimension von Sprache, sowie Überlegungen anderer Theoretikerinnen und Theoretiker wie etwa bell hooks oder Pierre Bourdieu. Gerade in dieser lockeren Verbindung erkennt die Rezensentin die besondere Stärke dieses anregenden Essays.

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