Aus dem Spanischen von Petra Strien-Bourmer.Mit dem anachronistischen Ziel, ein Schriftsteller der 20er-Jahre zu werden, reist der Erzähler dieses Buches 1974 nach Paris. Anstatt dort aber zu schreiben, betätigt er sich zunächst als Drogendealer auf schlecht beleuchteten Straßen und besucht billige Partys, bis er beginnt, an Türen und Nebenräumen Symbole und Signale zu erkennen. Diese verbinden nicht nur weitere Orte miteinander - Paris, Montevideo, Reykjavík, Bogotá, St. Gallen -, sondern führen ihn auch zum Wesen seines Schreibens sowie seinem Wunsch nahe, Erfahrungen in lebendige Seiten zu verwandeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.07.2024
Rezensentin Lerke von Saalfeld warnt vor und empfiehlt zugleich Enrique Vila-Matas und seinen neuen, versponnenen Roman, in dem der Leser eine durchgängige Geschichte zwar mit der Lupe suchen muss, dafür aber belohnt wird mit allerhand Stoff und Lesefunden, Autorengeschichten und kuriosen Begebenheiten in Montevideo, St. Gallen, Bogota oder Cascais. Die Belesenheit und der Humor des katalanischen Autors sorgen dabei laut Saalfeld für geistreichen Spaß. Der Leser folgt ihm gern durch eingebildete Türen zu magischen Koffern und philosophischen Reflexionen. Dass der Erzähler unter einer Schreibblockade leidet, was ihn erst zu solcherlei Abenteuer anstiftet, hält Saalfeld für einen gelungenen Witz.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.04.2024
Enrique Vila-Matas schreibt immer wieder dasselbe Buch, meint Rezensent Marko Martin, aber warum auch nicht, wenn es so viel Freude bereitet wie diese neueste Inkarnation. Ein weiteres Mal lesen wir, berichtet Martin, wie ein Autor sich selbst über die Bücher anderer immer wieder neu erfindet. Diesmal lässt sich die Hauptfigur unter anderem nach Paris und, siehe Titel, in die Hauptstadt Uruguays treiben, die literarischen Stichwortgeber sind unter anderem Julio Cortázar, Ernest Hemingway und Juan Carlos Onetti. Eine soziale Grundierung sucht man hier vergebens, gesteht Martin ein, und wer in Romanen nach Dringlichkeit dürstet, wird hier nicht fündig werden; wem jedoch der Sinn nach spielerischer und gar nicht aufdringlich bildungshuberischer Metafiktion steht, der wird, glaubt der Rezensent, mit dem Buch glücklich werden.
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