Mit einem Nachwort von Bernd Roeck. Mit Abbildungen. Wilhelm Uhde (1874-1947) war zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine der schillerndsten Figuren des Kunsthandels. Der Wahlfranzose entdeckte in Paris damals noch unbekannte Künstler wie Pablo Picasso und wurde so zum Geburtshelfer der künstlerischen Moderne. 1928 organisierte er für Bauchant, Bombois, Rousseau, Louis und Vivin die erste Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel Maler des Heiligen Herzens. Nebst seinen Büchern zu Kunst und Kultur verfasste Uhde autobiografische Reflexionen, die seine verschiedenen Lebensphasen beleuchten. In zahlreichen Anekdoten und mit selbstironischem Blick erzählt er von den Begegnungen mit herausragenden Künstlern in einer Zeit, in der sich die Kunst der Moderne ihren Weg bahnt. In einem begleitenden Essay setzt der renommierte Historiker Bernd Roeck das Leben Wilhelm Uhdes in den kunsthistorischen Kontext des frühen 20. Jahrhunderts und veranschaulicht so dessen komplexe Betrachtungsweise der Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.05.2010
Schwer zu sagen, was Wolfgang Kemp von diesem Buch hält. Wilhelm Uhdes erstmals 1938 erschienene Erinnerungen scheinen ihm jedenfalls stark geprägt von einem Hang des Autors zu Polaritäten (siehe Titel). Wer kannte und schätzte schon Bismarck und Picasso gleichzeitig? Den hohen Ton, den Uhde bei seinen Reminiszenzen anschlägt, schreibt Kemp denn auch einem kleinen Minderwertigkeitskomplex des einst als Gerichtsreferendar angetretenen, ab 1904 in Paris nicht als großer Mäzen oder Initiator, aber als Sammler und Händler tätigen Uhde zu. Als höchst gegensätzlich erkennt Kemp schließlich auch Uhdes Rolle als europäischer Sammler-Künstler selbst: Hier Sozialist und Nazigegener, da ein "später Spengler-Adept", der, wie Kemp weiß, Kunst und Denken nach rassischen Gesichtspunkten beurteilte.
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