Übertragen und herausgegeben von Kurt Steinmann. Einen Augenblick lang schien es, als könnte die endlose Kette der Kriege unterbrochen werden. Die verfeindeten dynastischen Parteien Europas hatten sich darauf geeinigt, am 2. Februar 1517 in Cambrai einen internationalen Friedenskongreß abzuhalten. Erasmus von Rotterdam erhielt den Auftrag, zur Mobilisierung aller pazifistischen Kräfte eine Friedensschrift abzufassen. Zwar kam diese Friedenskonferenz nicht zustande, Erasmus aber schrieb die "Klage des Friedens", seine klassische Friedensschrift, die auch heute, trotz der fundamental verschiedenen Komplexität der Probleme von einst und jetzt, in ihrem Kerngedanken Gültigkeit besitzt...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.12.2001
Erasmus' Traktat ist in Zeiten heftigster Kriege in ganz Europa als Auftragsarbeit entstanden, aus Anlass einer für 1517 einberufenen Friedenskonferenz, die, Ironie des Schicksals, dann nie stattfand. Erasmus lässt den Frieden als Friedensgöttin Pax persönlich auftreten und Klage erheben gegen die kriegswütige Zeit. Der Text ist nun neu übersetzt und ediert worden, eine gute Sache, findet der mit upj. zeichnende Rezensent, denn er lese sich nach wie als eindrucksvolle Anklageschrift gegen "die Schwäche der menschlichen Natur". Das Büchlein blieb, wie man erfährt, trotz der Absage der Konferenz nicht ohne Wirkung: es erlebte viele Auflagen und wurde 1525 gar von der Pariser Theologischen Fakultät öffentlich verbrannt.
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