Aus dem Französischen übersetzt und herausgegeben von Marcus Seibert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2000
Eine nachdenkliche Besprechung von Fritz Göttler, der die Aufsätze des großen Filmkünstlers mit Vergnügen aber auch "merkwürdigem Befremden" gelesen hat. Das Vergnügen besteht darin, sich "Filmbilder" zu den Beweisführungen Rohmers in Erinnerung zu rufen. Das Befremden gilt Rohmers Interesse an John Huston und Joshua Logan, seine "Reklame fürs unreine Kino", seine Infragestellung von vielem "das uns heute in Fleisch und Blut übergegangen ist". Dann aber lässt sich Göttler von den Texte zu Nicholas Ray und Hitchcock wieder beschwichtigen. Jedenfalls liebt Rohmer die "klassische Rhetorik", und seine bedächtige, fast "schulmeisterliche" Art muss wohl auch, meint Göttler, vor dem Hintergrund "des naiven Enthusiasmus von Truffaut", des "brutalen Ikonoklasmus von Godard" und den "Denklabyrinthen von Rivette" gesehen werden. Der Rezensent hebt hervor, wie deutlich Rohmer den Film an den anderen Künsten misst und sich vom Erfolg des Kinos nicht täuschen lässt. Ein Buch, schließt der Rezensent, "das gegen den selbstgenügsamen Kult immun macht".
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