Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2001
Zum ersten Mal liegt ein Buch von David Bordwell auf Deutsch vor, freut sich Thomas Meder. Bordwell, der in Madison/Wisconsin lehrt und als Co-Autor des Standardwerks "Film Art: An Introduction" berühmt geworden ist, hielt vor zwei Jahren vier Vorträge im Münchner Arri-Kino. Sie bilden zusammen mit rund 700 Abbildungen die Grundlage dieses Buchs - für den Rezensenten eine "Kunstgeschichte des laufenden Filmbildes, in der der Autor die Strategien der Aufmerksamkeitslenkung des Zuschauers durch das Bild beschreibt. Die Schriftversion der Vorträge zeigt, so Meder, das große Wissen von Bordwell, der es weder als Bildwissenschaftler noch als Bild- und Filmtheoretiker nötig habe, sich hinter einer elaborierten Sprache zu verstecken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.09.2001
Höchste Zeit wurde es, findet Rezensent Julian Hanich, dass endlich ein Buch des in aller Welt anerkannten und vielfach übersetzten Filmwissenschaftlers David Bordwell in deutscher Sprache erscheint. Zwar keiner seiner Klassiker, wie Hanich feststellt, aber auch diese Sammlung von im Jahr 1999 gehaltenen Vorträgen scheint ihm sehr lesenswert: man erlebt "Bordwell in action", d.h. in Konfrontation mit einer Vielzahl vom Verlag nach Kräften reproduzierten Dias, Stills etc. Hier wie in seinen anderen Büchern erweist sich Bordwell, so Hanich, als mitunter polemischer Gegner bloß hermeneutischer Lektüren und fordert den genauen Blick auf die Form. Die zentralen Fragen dabei: "Was zeigt der Film? Was fällt aus dem Blickfeld?" Und tatsächlich, befindet Hanich, lehrt einen die Bordwell-Lektüre das Entscheidende neu: Sehen nämlich.
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