Mit 50 s/w-Abbildungen. Ein reiches kulturelles Leben zeichnet Sankt Petersburg,die Hauptstadt des ehemaligen Zarenreiches und "heimliche" Hauptstadt Russlands, aus. In seiner Darstellung führt der Osteuropahistoriker Erich Donnert die Entwicklung der nordrussischen Metropole von der Gründung 1703 durch Zar Peter I. bis zu den Revolutionsereignissen des Jahres 1917 und dem Untergang des Russischen Kaiserreiches vor. Im Mittelpunkt des Buches stehen Gründung, Aufbau und Aufstieg Sankt Petersburgs zur europäischen Kultur- und Kunstmetropole. Zudem beschäftigt sich der Autor ausführlich mit den Petersburger Deutschen und deren Kultur-, Gesellschafts-, Musik-und Theaterleben. Das Urteil der russischen Literatur über die Stadt und Ausblicke über ihre Entwicklung zwischen Zarenzeit und Heute bilden den Abschluss der Kulturgeschichte Sankt Petersburgs.
Dietrich Geyer beschäftigt sich mit Literatur über Petersburg, wobei er sich drei Bücher genauer angesehen hat. Das Buch von Erich Donnert, das sich an ein breiteres Lesepublikum wendet und eine "Kulturgeschichte" Petersburgs bieten will, hat ihm absolut nicht gefallen. Er meint enttäuscht, "uninspirierter" hätte man ein solches Vorhaben nicht ausführen können und kritisiert, dass sich der Autor hauptsächlich auf die Wiedergabe von "Fakten und Daten" konzentriert hat. Geyer sieht die "Aufmerksamkeit" der Leser nicht zuletzt durch die vielen genannten Protagonisten der Stadtgeschichte arg überbeansprucht, was für ihn auch das immerhin als "sorgfältig" gewürdigte Personenregister nicht mildern kann. Völlig unangemessen findet Geyer, dass die Stadt in der russischen Literatur auf nur 13 Seiten "abgehandelt" wird. Auch die Passage über den "kulturphilosophisch-literarischen Diskurs am Ausgang der Moderne" ärgert ihn, weil er ihm lediglich wie eine "lexikalische Kompilation" namhafter Personen des Petersburger Geisteslebens erscheint. Dass dann auch noch die Abbildungen "schlecht reproduziert" sind und Stadtpläne gänzlich fehlen, macht dieses Buch für den Rezensenten gänzlich zu einem Ärgernis. Die beiden anderen Bücher, die Geyer bespricht, sind Karl Schlögels "Petersburg" und Nikolai P. Anziferows "Die Seele Petersburgs".
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