Erwin Koch erzählt Geschichten von dem, was die Liebe aushalten muss, wenn sie vom Leben gefordert ist: Was wird aus ihr, der Liebe, wenn sie vom Schicksal bedrängt wird, von Armut, Alter, Krankheit, Behinderung? Was wird, wenn der Schein trügt? Die Geschichten zeigen die polarisierende Kraft von Literatur: Dem einen mögen sie zu traurig sein, der anderen sind zu großartig - aber niemanden lassen sie gleichgültig.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2011
Ganz unterschiedlich beschäftigen sich zwei Autoren damit, was Liebe ist, wobei Susanne Gmür in ihren Büchern vor allem lernt, dass die Liebe kaum eindeutig zu fassen ist. Der Schriftsteller und Journalist Erwin Koch jedenfalls enthält sich bei seinen dokumentierten neun Liebesgeschichten aus dem wahren Leben jedweder Zuschreibung, verkneift sich Kommentar oder Urteil, stellt die Rezensentin eingenommen fest. Sachlich und schnörkellos erzählt er von Liebesfällen und kann damit umso deutlicher machen, wie variabel die Liebe in Erscheinung tritt, und das ist für Gmür auch der einzig angemessene Zugriff auf den Gegenstand, wie es scheint.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.09.2011
Die hier versammelten Reportagen sind alle schon mal verstreut in den Magazinen von SZ, Zeit oder Tagesanzeiger erschienen. Darauf hätte man im Buch gern einen kleinen Hinweis gelesen, kritisiert Rezensentin Astrid Kaminski den Verlag. Die Texte selbst scheinen reichlich deprimierend zu sein. Immer geht es um Liebe und immer geht es schlecht aus. Das wird auf die Dauer etwas vorhersehbar, so Kaminski. Auch der kühle Erzählton gefällt ihr nicht so recht. In der Zeitung springt er einem sicher "direkt an die Gurgel", aber in Buchform gepresst wirken die leidenden Protagonisten wie aufgespießte Schmetterlinge, meint sie. Für immer unglücklich.
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