Herausgegeben von Stefan Malthaner und Simon Theune. Der G20-Gipfel 2017 in Hamburg ist nicht wegen der vielfältigen Protestformen oder der dort verhandelten Themen in Erinnerung geblieben, sondern vor allem wegen der gewaltsamen Ausschreitungen und Konfrontationen mit der Polizei. Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Dynamiken der damaligen Eskalation. Dabei rekonstruieren die Autor:innen Vorgeschichte und Verlauf der Gewalt und die Rolle der (sozialen) Medien, sie nehmen die politische sowie die rechtliche Aufarbeitung in den Blick und beleuchten den polizeilichen Umgang mit Protest. Die Ereignisse um den G20-Gipfel in Hamburg werden so zu einer analytischen Linse, um Eskalationsprozesse und das Verhältnis von Protest und Gewalt besser zu verstehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.04.2023
Rezensent Rudolf Walther gewinnt (online) durch die Beiträge in diesem Sammelband eine differenzierte Sichtweise auf die Gewalteskalation beim Hamburger G-20-Gipfel 2017. Im Gegensatz zur Einseitigkeit der medialen Berichterstattung und der politischen Debatte, wird die Rolle der Polizei, aber auch der Protestierenden, hier aus sozialwissenschaftlicher Perspektive umfassend analysiert, so der Kritiker. Er schätzt die "vielstimmigen", gut recherchierten Untersuchungen, die die Komplexität des Geschehens abbilden und zeigen, dass sowohl Politik und Polizei als auch "militante Protestgruppierungen" durch unverantwortliches Verhalten zu einer Eskalation des Konflikts beigetragen haben. Der Rezensent weist besonders auf ein Interview des Herausgebers Stefan Malthaner mit dem "Nestor der Gewaltforschung" Jan Philipp Reemtsma hin, in dem dieser die Anziehungskraft untersucht, die Gewalt ausüben kann.
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