Aaron Sahr beleuchtet die Funktionsweise der Kreditpraxis als Verschränkung von Vertrauensbekundungen und Misstrauensmanifestationen und reflektiert dabei den Siegeszug von Derivaten ebenso wie die Bedeutung von Schattenbankstrukturen, die Rolle der Ratingagenturen und algorithmisierter Risikokalkulation sowie den Rückzug administrativer Regularien.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.08.2017
Bernhard Emunds lauscht dem Philosophen und Soziologen Aaron Sahr, wenn der die neoklassische Geldtheorie kritisiert, eine neue Soziologie des Geldes zu begründen sucht und das heutige Geldsystem infragestellt. Dass die Soziologie des Geldes auf mindestens einem Auge blind ist, da sie Geld nicht als Kredit begeift, das buchstäblich Beziehungen unterhält, vermag Sahr dem Rezensenten zu erläutern. Scharf beobachtet findet Emunds auch andere den Umgang mit Geld betreffende Zusammenhänge. Spannende Aspekte fördert der Autor da für ihn zutage. Dennoch: Eine fundamentale Neuordnung der Geldsoziologie durch Sahr kann der Rezensent nicht erkennen. Es handelt sich eher um eine lesens- wie bedenkenswerte, Ökonomen inspirierende Ergänzung, meint er.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…